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Ratgeber6 Min. Lesezeit

Was ein gutes Exposéfoto ausmacht

Die meisten Exposéfotos sind nicht wegen der Kamera schlecht. Sie sind es wegen einiger Gewohnheiten, die sich leicht ändern lassen, sobald man weiß, worauf man achten muss.

Wohnraum nachher: neutraler Weißabgleich, Wände wieder sauber weiß.Wohnraum vorher: starker Blaustich durch falschen Weißabgleich, Wände wirken kalt.VorherNachher
Regler ziehen zum Vergleichen
Wohnraum mit Blaustich

Eine Portalsuche zeigt eine Wand aus Vorschaubildern. Das erste Foto entscheidet, ob jemand Ihr Exposé öffnet oder weiterscrollt. Dieses erste Foto muss kein Kunstwerk sein. Es muss klar, hell und ehrlich sein, und es muss gerade sein. Wer diese vier Punkte trifft, liegt schon vor dem Großteil der Seite.

Fotografieren Sie den Raum, nicht die Ecke

Stellen Sie sich in eine Ecke, fotografieren Sie zur gegenüberliegenden Ecke und halten Sie die Kamera auf Brusthöhe. Diese eine Position erfasst am meisten Boden und den größten Teil zweier Wände, und genau das lässt einen Raum groß wirken. Vermeiden Sie es, die Kamera nach unten auf den Boden oder nach oben zur Decke zu richten: Beides lässt Wände kippen und Räume kleiner wirken, als sie sind.

Halten Sie die Senkrechten gerade

Nichts entlarvt ein Foto schneller als Amateuraufnahme als Wände, die oben nach außen auseinanderlaufen. Halten Sie die Kamera waagerecht, dann bleiben Türrahmen, Fensterkanten und Wandecken senkrecht. Ein leicht schiefes Bild lässt sich nachträglich begradigen, kostet aber Auflösung an den Rändern. Es lohnt sich also, es schon im Moment der Aufnahme sauber hinzubekommen.

Gleichmäßiges Licht schlägt helles Licht

Ein ungleichmäßig beleuchteter Raum mit ausgefressenem Fenster und dunkler Ecke wirkt schlechter als ein Raum, der überall eine Spur zu dunkel ist. Fotografieren Sie an einem bedeckten Tag oder im weicheren Licht von Morgen und später Nachmittag. Schalten Sie das Raumlicht ein, damit sich die Schatten heben, und belichten Sie auf die Wände statt auf das Fenster. Das Fenster lässt sich später zurückholen, eine schwarze Ecke nicht.

Farbe soll echt sein, nicht knallig

Weiße Wände, die blau oder orange fotografieren, sind der häufigste Fehler und der am leichtesten zu behebende. Ein neutraler Weißabgleich lässt einen Raum sauber und ruhig wirken. Widerstehen Sie dem Drang, die Sättigung hochzuziehen: übersättigtes Grün und übersättigte Himmel wirken künstlich und machen Käufer beim Rest misstrauisch.

Eine kurze Checkliste vor dem Veröffentlichen

  • Ist der Horizont waagerecht und stehen die Wände senkrecht?
  • Sind die Weißtöne wirklich weiß, ohne Blau- oder Orangestich?
  • Ist die dunkelste Ecke noch erkennbar?
  • Ist das Fenster ein Ausblick, kein weißes Rechteck?
  • Ist der Raum aufgeräumt, mit Kabeln, Mülleimern und Krimskrams außerhalb des Bildes?

Das Beispiel auf dieser Seite ist eine reine Belichtungs- und Weißabgleichskorrektur, genau die Art Bearbeitung, die aus einem brauchbaren Foto ein Exposéfoto macht. Dem Raum wurde nichts hinzugefügt und nichts verborgen. Das ist die Linie, die es zu halten lohnt: das Foto besser machen, nie die Immobilie fälschen.