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Bearbeitung6 Min. Lesezeit

Ein dunkles Raumfoto aufhellen

Käufer lesen einen hellen Raum als größer, sauberer und einladender. Einen dunklen lesen sie als eng, ganz gleich, wie viele Quadratmeter er wirklich hat.

Wohnzimmer nachher: aufgehellt und begradigt, Raum wirkt größer.Wohnzimmer vorher: unterbelichtet und leicht schief aufgenommen.VorherNachher
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Wohnzimmer mit Sofa

Innenräume kommen aus einem einfachen Grund dunkel heraus: Die Kamera belichtet auf das helle Fenster und lässt den Rest des Raums in den Schatten fallen. Die Lösung ist nicht einfach ein globaler Helligkeitsregler, der das Fenster völlig ausfrisst und die Wände grau macht. Gutes Aufhellen heißt, den Raum gleichmäßig anzuheben und zugleich die ohnehin hellen Stellen im Griff zu behalten.

Nah dran schon in der Kamera

Das beste Aufhellen beginnt vor der Bearbeitung. Schalten Sie jedes Licht im Raum ein, damit sich die Schatten natürlich heben. Fotografieren Sie im weicheren Tageslicht statt in harter Mittagssonne. Belichten Sie eine Spur heller, als sich richtig anfühlt, denn es ist weit einfacher, Lichter herunterzuziehen, als Details aus einer schwarzen Ecke zu retten, die nie welche aufgezeichnet hat.

Schatten heben, Lichter halten

Die Bearbeitung, auf die es ankommt, ist selektiv. Heben Sie Schatten und Mitteltöne an, damit die dunklen Ecken und Möbel zurückkommen, und ziehen Sie zugleich die Lichter herunter, damit das Fenster seinen Ausblick behält, statt ein weißes Rechteck zu werden. Gut gemacht, wirkt der Raum gleichmäßig ausgeleuchtet, als sei die Sonne herausgekommen, ohne das flache, ausgewaschene Grau, das ein grober Helligkeitsschub hinterlässt.

Die Weißtöne weiß halten

Aufhellen legt oft einen Farbstich frei, der sich im Schatten versteckt hat, meist ein warmes Orange von Raumlampen oder ein kühles Blau vom Fensterlicht. Korrigieren Sie den Weißabgleich zugleich, damit die Wände als sauberes Weiß erscheinen. Ein heller Raum mit Orangestich wirkt trotzdem schmuddelig, ein heller Raum mit neutralen Weißtönen wirkt frisch.

Die ehrliche Grenze

Aufhellen macht einen Raum leichter erkennbar. Es macht aus einem nach Norden gerichteten Kellerraum kein sonnendurchflutetes Loft. Übertreiben Sie es, passt das Foto nicht mehr zur Besichtigung, und das kostet Vertrauen im genau falschen Moment. Zielen Sie auf den Raum an seinem besten Tag mit eingeschaltetem Licht, nicht auf einen Raum, den es nicht gibt.

Der Vergleich hier ist ein echter unterbelichteter Innenraum, angehoben und begradigt. Die Ecken sind erkennbar, die Weißtöne sind sauber, und der Raum wirkt größer, aber es ist immer noch derselbe Raum. Genau das ist das Ziel.