Gute Immobilienfotos mit dem Handy
Nicht jede Besichtigung rechtfertigt den Fotografen, und für die schnelle Vermietung reicht oft das Gerät, das Sie ohnehin dabeihaben. Ein aktuelles Smartphone macht erstaunlich gute Immobilienfotos, wenn Sie ein paar Dinge beachten und den Rest der Nachbearbeitung überlassen.

VorherNachherDie Kamera im Handy ist längst nicht mehr das Problem. Das Problem ist fast immer die Hand, die sie hält: schräg gehalten, aus Augenhöhe geschossen, gegen das Fenster gerichtet. Wer diese drei Fehler vermeidet, liefert mit dem Smartphone Bilder, die im Exposé nicht als Handyfotos auffallen. Der teure Teil an guter Immobilienfotografie ist nämlich nicht die Ausrüstung, sondern die Sorgfalt.
Licht schlägt Kamera
Fotografieren Sie tagsüber, wenn möglich bei bedecktem Himmel oder wenn kein direktes Sonnenlicht durch die Fenster knallt. Weiches Tageslicht füllt den Raum gleichmäßig und erspart Ihnen harte Schatten. Machen Sie alle Vorhänge auf, schalten Sie aber das Deckenlicht eher aus, denn das warme Kunstlicht mischt sich mit dem kühleren Tageslicht und erzeugt einen unschönen Farbstich. Ein Raum, der im richtigen Licht aufgenommen wurde, braucht hinterher kaum Korrektur.
Höhe und Haltung
Halten Sie das Handy auf Brust- bis Hüfthöhe, nicht auf Augenhöhe. Aus etwa 1,40 Meter wirken Räume natürlicher und größer, weil mehr Boden ins Bild kommt. Halten Sie das Gerät dabei senkrecht gerade, nicht nach oben oder unten gekippt, sonst kippen die Wände nach innen oder außen. Nutzen Sie das eingeblendete Gitter Ihrer Kamera-App und richten Sie eine senkrechte Kante wie einen Türrahmen exakt an einer Gitterlinie aus. Ein Stativ oder eine ruhige Auflage hilft, ist aber kein Muss.
Weitwinkel mit Maß
Die Ultraweitwinkel-Linse verführt dazu, den ganzen Raum in ein Bild zu quetschen. Das Ergebnis sieht verzerrt aus: gestreckte Ecken, ein Sofa, das plötzlich drei Meter lang wirkt. Bleiben Sie beim normalen Weitwinkel und treten Sie lieber einen Schritt zurück. Fotografieren Sie aus einer Raumecke diagonal in den Raum, das zeigt Tiefe, ohne die Proportionen zu verbiegen.
Den Rest erledigt die Nachbearbeitung
Ein gerade gehaltenes, gut belichtetes Handyfoto lässt sich anschließend sauber aufwerten. Belichtung anheben, den Weißabgleich korrigieren, stürzende Linien geradeziehen und den Kontrast fein justieren machen aus einem soliden Schnappschuss ein professionelles Exposéfoto. All das sind Korrekturen an dem, was die Kamera aufgenommen hat, und daran ist rechtlich nichts zu beanstanden. Erst wenn Sie Möbel hineinrechnen oder den Himmel austauschen, entsteht ein generiertes Element, das seit August 2026 in der EU sichtbar gekennzeichnet werden muss.
Das Beispiel auf dieser Seite zeigt genau diesen Sprung: eine gerade, ehrliche Aufnahme, die durch Belichtung und Farbe zu dem Bild wird, das ein Interessent sehen soll. Kein neuer Raum, kein erfundenes Licht, nur das Beste aus dem, was wirklich da war.